Ein selbstbestimmtes Leben

Menschen mit Behinderung haben es nicht leicht. Aus irgendeinem Grund werden sie oft nicht für voll genommen, auch wenn sie reife, erwachsene Menschen sind. Sogar auch dann, wenn gar keine geistige Behinderung vorliegt.

Ich selbst helfe einer Dame, die eine Spastik hat. Sie ist letztens 60 geworden und geistig topfit. Aber klar: Das erste was einem auffällt, ist der Rollstuhl. Natürlich braucht sie Hilfe bei vielen Sachen. Aber ich empfinde diese Hilfestellungen gar nicht als belastend. Es freut mich, dass ich ihre Hände und Füße sein darf, damit sie ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Und genau das tut sie auch: Sie geht ins Theater, ins Kino oder im Restaurant essen. Sie zeigt mir, was ich im Haushalt tun soll. Sie übt das Laufen mit Krücken und macht Kniebeugen an ihrer Sprossenwand. Sie erzählt von ihrem Leben. Sie lädt Gäste ein. Und immer, wenn ich zu ihr komme frühstücken wir zusammen. Durch ihre Behinderung lässt sie sich noch lange nicht unterkriegen.

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