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Verloren im Miteinander

Ich habe das Gefühl, viele Menschen sind etwas verloren in dem großen Miteinander, in dem wir leben.

Menschliche Gemeinschaften werden bis zu einer Zahl von 150 Individuen ganz gut durch Klatsch und Tratsch zusammengehalten. Werden es mehr, brauchen wir Geschichten, Gesetze, Normen, Politik. Dass unsere moderne Gesellschaft nicht im Chaos versinkt, liegt daran, dass wir zum Beispiel an Menschenrechte glauben, dass wir an Geld glauben, an Regierungen und Unternehmen.

Diese Dinge haben etwas gemeinsam: Sie sind keine Person, kein Ort oder Gegenstand, der wirklich existiert. Sie sind Dinge, auf deren Gültigkeit wir uns geeinigt haben. Sie sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.

Leider kommt es in modernen Kulturen oft dazu, dass Menschen einsam werden, obwohl sie eigentlich von Menschen umgeben sind. Weil zwar Austausch da ist, aber ehrliche und intime Kontakte fehlen oder toxisch sind. Oder weil sie Erwartungen nicht erfüllen, die kulturell an sie gestellt werden.

In Deutschland werden 75% der Suizide von Männern begangen. Weil mit Maskulinität Dinge verbunden werden wie Stärke, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, eine Familie zu ernähren. Anscheinend sprechen Männer nicht so offen über ihre Probleme und fühlen sich schlecht, weil sie die Erwartungen, und zwar auch ihre eigenen, nicht erfüllen.

Wir brauchen alle jemanden zum Reden. Und zwar offen und ohne verurteilt zu werden. Als Einzelkämpfer kommt man nicht weit.

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